Als wir unseren Resthof gekauft haben, war der Garten nur bedingt gestaltet. Es wurde wohl mal mit einem Gartenkonzept begonnen, allerdings wurde es offenbar nicht weiter verfolgt. Da es nur sehr, sehr wenig Blumenbeete gab, bin ich seit ein paar Jahren damit beschäftigt, neue Beete anzulegen und vorhandene zu überarbeiten. Was mich dabei stresst: Bepflanze ich die Beete mit neuen Stauden, sind diese noch sehr klein und das Beet besitzt unfassbar viele Lücken – was doof aussieht und dem Unkraut eine hervorragende Möglichkeit gibt sich auszubreiten. Deswegen nutze ich Lückenfüller im Beet – und davon erzähle ich dir jetzt.
Neue Stauden sind ein bisschen wie Umzüge: Man weiß, es wird gut – aber erstmal sieht es nach Baustelle aus. Bis Stauden wirklich da sind und ihre Schönheit entfalten, vergehen locker 2,3 Jahre. Und wenn du kein kleines Beet hast oder dein Budget nicht für unendlich viele Stauden reicht, solltest du die Lücken im Beet in der Zwischenzeit überbrücken – und zwar ohne das Beet später wieder auseinanderzureißen.
Grundregel für Lückenfüller im Beet
Hierfür kannst du dich an folgende Grundregel halten, die auch mir sehr geholfen hat. Alles, was du in die Beetlücken pflanzt, sollte:
- leicht wieder verschwinden dürfen
- keine dicken Wurzeln machen
- nicht dominieren
Dein Beet ist schließlich im Aufbau und die Hauptdarsteller kommen erst noch.
Einjährige Blumen sind entspannte Lückenfüller
Einjährige Blumen sind perfekt für Übergangszeiten. Sie wachsen schnell, blühen zuverlässig, machen dein Beet bunt und insektenfreundlich und sind nach einer Saison wieder weg.
Geeignete Blumen sind hier:
- Mohn (einjährige Sorten wie Feldmohn, Kalifornischer Mohn oder Schlafmohn (Zierformen); Türkenmohn und Islandmohn sind Stauden, wobei Islandmohn kurzlebig und daher geeignet ist)
- Kornblumen (meine Lieblingsblumen, du findest sie nicht nur in blau, sondern mittlerweile sogar in rosa, pink und lila)
- Ringelblumen
- Jungfer im Grünen
- Kosmeen
- Löwenmäulchen
- Patagonisches Eisenkraut
- Tagetes
Ich liebe Kornblumen und Mohnblumen und beide sind mir sehr lieb, um Lücken zu füllen und meine Beete bunt leuchten zu lassen, ehe die Stauden blühen. Außerdem lieben Insekten den Mohn und die Kornblumen. Allerdings muss ich dir sagen, dass du beim Mohn ein wenig aufpassen musst, denn er sät sich wunderbar selbst aus und wenn du nicht regelmäßig ausdünnst, kannst es sein, dass er den Stauden die Luft zum Atmen – oder vielmehr das Licht zum Wachsen – nimmt.

Was außerdem in meinen Staudenlücken wächst sind Patagonisches Eisenkraut (soooo schön, wirklich) und Oregano. Oregano zieht Insekten magisch an und sieht mit den kleinen rosa Blüten auch wirklich schön aus.
Lesetipp: Naturnah gärtnern ohne Gartenwissen: Wie ich unseren Resthof-Garten Schritt für Schritt anlege
Selbstaussaat zulassen
Hast du deine erste bunte Blühsaison hinter dir, lass es zu, dass deine Blumen sich selbst aussäen. Damit sparst du sehr viel Geld und Zeit. Damit sich deine Blumen von allein aussäen können, solltest du die Samenstände stehen lassen und den Boden nicht permanent hacken, weil du damit die kleinen Sämlinge zerstörst. Und ich weiß nicht, wie es dir geht, bei mir ist es so, dass ich nie weiß, was im Beet gerade wächst: Kommt da eine Blume oder ist das doch eher Unkraut? Surprise, surprise. 😀 Aber genau das macht das gärtnern so richtig spannend.
Einjährige Kräuter sind super als temporäre Lösung
Ich habe schon gesagt, dass sich bei mir Oregano breit macht. Darüber hinaus gibt es aber auch einige Kräuter, die du wunderbar im Rahmen von Mischkultur in deine Beete säen kannst. Dazu gehören zum Beispiel:
- Dill
- Koriander
- Basilikum
- Schwarzkümmel
- Kapuzinerkresse
Bodendecker nutzen mit Maß einsetzen
Eine weitere super Möglichkeit, um Löcher in Beeten zu füllen, sind Bodendecker. Allerdings sind auch Bodendecker überwiegend Stauden, die Zeit brauchen um zu wachsen. Gleiches gilt für Gehölze.
Dennoch macht es durchaus Sinn, Bodendecker zu nutzen und gleichzeitig auf einjährige Blumen zu setzen.
Wenn du niedrige Bodendecker nutzt, können diese später super von höheren Stauden überwachsen werden. Hierfür sind zum Beispiel super geeignet um Lücken zu füllen:
- Storchschnabel*
- Kaukasus-Vergissmeinnicht
- Frauenmantel
- Polsterglückenblume
- Taubnessel
Beim Storchschnabel musst du allerdings aufpassen, dass dieser nicht zu sehr wuchert, er neigt nämlich dazu. Gleiches gilt für Waldmeister. Aber dafür sind beide sehr erfolgreich gegen Giersch…
Mein Tipp: Wenn du beim Pflanzen denkst: „Das wird schwierig wieder rauszubekommen“, lass es lieber gleich draußen und nimm die anderen Lösungen.
Zwiebel- und Knollenblumen für das Frühjahr
Ganz gleich, ob dein Beet neu oder alt ist: Stauden ziehen sich im Winter zurück, sodass du immer auch Lücken im Beet hast. Um diese im Frühjahr sinnvoll zu füllen – sinnvoll im Sinne von: für die Insekten und für dich, weil bunte Farbklekse im Garten gut tun nach einem langen grauen Winter – solltest du Zwiebeln setzen:
- Frühblüher für das Frühlingsbeet: z.B. Schneeglöckchen, Krokusse, Narzissen, Hyazinthen, Traubenhyazinthen und Tulpen
Darüber hinaus können Zwiebelblumen aber neben den einjährigen Blumen auch im Sommer Beetlücken wunderbar füllen. Da einige Zwiebeln im Herbst rausgenommen werden, nehmen sie hier auch nicht dauerhaft Platz weg.
- Blumenzwiebeln und -knollen für den Sommer: z.B. Zierlauch*, Lilien, Dahlien*, Gladiolen, Ixia, Freesenien, Ranunkeln*, Sommermischungen*

Mulchen gegen Unkraut
Darüber hinaus gibt es natürlich auch die Möglichkeit nichts zu pflanzen, sondern den Boden zu mulchen.
Mulch schützt den Boden, reduziert das Unkraut und sieht meistens auch aufgeräumt aus.
Ich persönlich denke mir oft, ich sollte die Beete auch mulchen. Aber irgendwie konnte ich mich dazu nicht durchringen. Zumindest nicht mit Holzschnitzeln oder Rindenmulch. Ich mulche einen Großteil der Beete im Herbst/Winter mit Pferdemist und im Bauerngarten auch mit Heu oder Rasenschnitt. Aber ansonsten nutze ich aktuell keine Mulchlösung für meine Beete, sondern setze eher auf die einjährigen Blumen und Kräuter.
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