Schmetterlingsgarten – warum er Sinn macht und wie du ihn anlegst

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Ein Schmetterlingsgarten ist ein funktionierendes kleines Ökosystem. Wenn Schmetterlinge sich bei dir wohlfühlen, profitieren viele andere Arten gleich mit wie Wildbienen, Käfer und Vögel. Welche Blumen du für einen Schmetterlingsgarten brauchst und vieles mehr erfährst du jetzt.

Wofür Schmetterlinge gut sind

Schmetterlinge sind wichtige Bestäuber. Bei den Blumen, bei denen Bienen nicht an die Pollen kommen, helfen Schmetterlinge mit ihrem langen Rüssel. Zudem sind sie wichtige Nahrung für Vögel und andere Tiere.

Vor allem aber sind sie Bioindikatoren: Wo Schmetterlinge leben, stimmt meist Grundlegendes – etwa Pflanzenvielfalt, wenig Gift und Struktur. Ihr Rückgang zeigt sehr deutlich, wo Landschaften zu aufgeräumt und zu einseitig geworden sind. Laut WWF gibt es heute zwei Drittel weniger Tagfalter als noch vor 30 Jahren. Das find ich erschreckend, an „vor 30 Jahren“ kann ich mich nämlich noch gut erinnern…

Warum in vielen Gärten keine Schmetterlinge mehr zu sehen sind

Das Problem sind nicht allein fehlende Futterpflanzen. Meist fehlen außerdem

  • Raupenfutterpflanzen
  • Natürliche Struktur (Ecken, die nicht geschniegelt sind)
  • Ungestörte Plätze für Verpuppung und Überwinterung

Ein Garten mit Blüten ohne Wildkräuter ist für Schmetterlinge wie ein Café ohne Wohnung.

Die Raupen entscheiden, ob es Schmetterlinge gibt

Jede Schmetterlingsart ist wählerisch. Viele Raupen fressen nur eine oder wenige Pflanzenarten. Ohne diese Pflanzen gibt es keine Raupen und ohne Raupen keine Schmetterlinge – egal, wie schön es sonst in deinem Garten blüht. Deswegen ist es wichtig, dass du nicht nur an die Schmetterlinge selbst, sondern auch an ihre Raupen denkst und ihnen entsprechende Pflanzen anbietest.

Hier ein paar Beispiele für Raupenpflanzen

  • Tagpfauenauge & Kleiner Fuchs → Brennnessel
  • Zitronenfalter → Faulbaum, Kreuzdorn (Wegedorn)
  • Schwalbenschwanz → Wilde Möhre, Dill, Fenchel
  • Bläulinge → Hornklee, Klee, Wiesenknopf
  • Kleiner Fuchs

Und nun kommt der Punkt, an dem es für dich unbequem werden kann – oder auch nicht, je nachdem, welche Einstellung du zum Garten hast: Du hast es in der Übersicht gelesen, ein schmetterlingsfreundlicher Garten besteht unbedingt auch aus Pflanzen, die wir als „Unkraut“ betrachten. Vielleicht ist das nicht immer so leicht zu akzeptieren, wenn du aber bewusste „Schmetterlingsecken“ im Garten anlegst, kannst du damit vielleicht entspannter umgehen.

Nektarpflanzen: Energie für erwachsene Falter

Erwachsene Schmetterlinge brauchen offene, ungefüllte Blüten mit gut zugänglichem Nektar. Gefüllte Zuchtformen sehen hübsch aus, sind für Insekten aber meist wertlos. Darüber schreib ich auch hier in meinem Beitrag über insektenfreundliches gärtnern.

Besonders beliebt bei Schmetterlingen sind violette, blaue, rosafarbene Blüten und Pflanzen mit vielen kleinen Einzelblüten an sonnigen, warmen Standorten. Das kann ich bestätigen, ich sehe die Schmetterlinge super viel bei unserem Lavendel an der Südseite des Hauses, bei den Sommerastern und an der Fetthenne, die eigentlich überall wächst.

Auch Clematis, Natternkopf, Kapuzinerkresse, Zinnie, Storchschnabel und Flockenblumen sind bei den hübschen Faltern sehr beliebt. 

Natur schlägt Perfektion

Ein guter Schmetterlingsgarten ist nicht ordentlich! Er ist natürlich. Das heißt für dich: Du kannst gern bei einem guten Buch die Füße hochlegen und deinen Garten für dich arbeiten lassen. Yes!

Viele Schmetterlinge überwintern als Ei, Raupe oder Puppe im Garten. Wenn du im Herbst „aufräumst“, räumst du oft gleich die nächste Generation Schmetterlinge mit weg. Deswegen gilt: Fallobst und Laub darf liegen bleiben, verblühte Stauden und Stängel werden erst im Frühjahr geschnitten und es gibt sonnige Steine oder Holz zum Aufwärmen.

Lesetipp: Winterquartier für Igel & Co

Wenn du nun Lust hast auf einen schmetterlingsfreundlichen Garten, kommt hier eine Einkaufsliste für dich. Selbstverständlich musst du nicht alle Pflanzen kaufen. Aber wenn du ein paar davon in deinem Garten hast und die ein oder andere natürliche Ecke lässt, machst du schon wirklich viel.

Ich selbst habe in den vergangenen Jahren seit dem Kauf unseres Resthofs Jahr für Jahr mehr schmetterlingsfreundliche Pflanzen gepflanzt bzw. anderen Pflanzen wie den Brennnesseln feste Plätze zugewiesen. Und ich kann feststellen, dass wir immer mehr unterschiedliche Schmetterlinge bei uns haben – im Sommer 2025 habe ich sogar zum ersten Mal ein Taubenschwänzchen gesehen (hier auf Instagram zu sehen). Das zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind!

Checkliste: schmetterlingsfreundliche Pflanzen

Raupenfutterpflanzen (unbedingt einplanen)

Nektarpflanzen für erwachsene Schmetterlinge

Wie du mit deinem Schmetterlingsgarten starten kannst:

Du musst nicht alles auf einmal umstellen. Ein toller Anfang ist, wenn du eine natürliche Ecke hast, die bewusst bleiben darf und in der Brennnesseln, Wildblumen und vielleicht Brombeeren wachsen dürfen. Auch weniger Schnitt, weniger Ordnung und Verzicht auf Pestizide tragen dazu bei, dass sich Schmetterlinge nach und nach in deinem Garten wohlfühlen. Was du aber bedenken solltest: Schmetterlinge reagieren langsam. Manchmal dauert es ein, zwei Jahre, bis sich etwas zeigt. Das ist kein Scheitern, sondern ein Zeichen dafür, dass das Leben halt eben nicht auf der Überholspur stattfindet.

Ein Schmetterlingsgarten ist kein Projekt mit schnellem Ergebnis. Er ist eine Einladung, dem Garten wieder Zeit zu geben – und zu akzeptieren, dass Leben selten perfekt aussieht, aber sehr lebendig sein kann.

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