Du hast tausend Ideen für Haus und Garten – aber du bist einfach zu müde für große Projekte. Die To-do-Liste ist lang, der Alltag voll, die Energie knapp. Trotzdem willst du vorankommen. Nicht wieder ein Jahr, in dem alles gleich bleibt. Ich kenn das so, so gut. Und deswegen schreib ich diesen Beitrag.
Bei uns auf dem Resthof gibt es IMMER irgendwas zu tun: sanierungsbedürftige Ecken, wachsendes Unkraut und neu anzulegende oder zu pflegende Beete und gleichzeitig ein ganz normaler Alltag mit Arbeit, Kind, Pferden, Hund, Katze, Haushalt und Terminen. Großprojekte passen da nicht immer rein.
Die ersten zwei Jahre, in denen wir auf unserem Hof gelebt haben, sind wir weit über unsere Grenzen gegangen, um mit der denkmalgerechten Sanierung voranzukommen. Doch das hat Spuren hinterlassen. Innerlich und äußerlich. Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, was da warum mit mir passiert ist und warum ich so oft an einem Punkt war, an dem ich einfach nicht mehr konnte. Und ich habe noch viel länger gebraucht zu akzeptieren, dass ich nicht Superwoman mit Endlospower bin.
Hör auf gegen deine Erschöpfung anzukämpfen
Was ich mit der Zeit gelernt habe und was mir mittlerweile hilft: Ich versuche nicht mehr gegen Müdigkeit und Erschöpfung zu kämpfen, sondern sie zu akzeptieren und MIT ihr zu planen. Es gibt Zeiten, vor allem in den Sommermonaten, da schaffe ich mehr. Da ist Luft für Projekte und da kann ich mich trotzdem noch abends mit FreundInnen treffen und was unternehmen.
Aber dann gibt es auch Zeiten, da brauche ich kleine, realistische Schritte, die wirklich machbar sind – für uns in unserem echten Leben und nicht für Hochglanz-Accounts auf Instagram.
Ehrlich gesagt habe ich selbst sehr lange gebraucht, diese Erkenntnis zu verstehen, zu akzeptieren und umzusetzen. Ich will und wollte es schön haben, ordentlich, perfekt. Wie auf den tollen Bildern, die ich mir bei Pinterest speichere. Instagramable halt.
Aber wir arbeiten nun mal beide Vollzeit/fast Vollzeit außer Haus, haben ein Kind und Tiere und die Tage haben nur 24 Stunden. Also musste ich lernen, Prioritäten zu setzen und Dinge, die mir nicht gefallen, zu akzeptieren. Dann fehlen die Fußleisten eben, dann wächst das Unkraut zwischen den Fugen auf dem Hof und dann gibt’s halt keinen perfekt dekorierten Eingangsbereich. Dafür lese ich dann aber mal ein Buch und sammle wieder Kraft. Oder esse mit meinem Sohn ein Eis und wir lassen die Seele baumeln.
Das fiel und fällt mir unglaublich schwer! Aber ich habe gelernt, dass ich kaputt gehe, wenn ich nicht loslasse. Deswegen kommen hier ein paar meiner Learnings – vielleicht kennnst du ja das ein oder andere und kannst was für dich mitnehmen.
Ein kleiner Hinweis noch: Wichtig ist natürlich, dass du abklären lässt, warum du müde bist. Hat das körperliche Ursachen, weil du vielleicht einen Nährstoffmangel o.ä. hast? Bist du mental erschöpft, weil du zu viel tust? Bist du müde, weil du in einer depressiven Phase steckst?
Erstmal ehrlich sein: Wieviel Energie hast du wirklich?
Bevor es um To-dos geht, brauchst du eine Bestandsaufnahme. Nicht im Haus. In dir. Hierbei können dir ein paar Fragen helfen:
- Wie viel Energie habe ich gerade wirklich, auf einer Skala von 1–10?
- Woher kommt die Müdigkeit – Schlafmangel, Stress, mentale Überlastung?
- Wann am Tag habe ich die meiste Kraft – morgens, mittags, abends?
- Wieviel realistische Zeit habe ich heute/an diesem Wochenende/in dieser Woche für Haus oder Garten – 30 Minuten, 2 Stunden, mehr?
Wenn deine ehrliche Antwort ist: „Eigentlich hab ich kaum Energie“, dann brauchst du keinen heroischen Plan. Dann brauchst du maximal Mikroschritte und regelmäßige Pausen, um deine Batterien wieder aufladen zu können.
Dein Projekt muss zu dem passen, was du gerade leisten kannst – nicht andersherum.
Mikro-Projekte statt „einmal alles neu“
Was uns blockiert, ist selten der einzelne Handgriff. Es ist das Gefühl von „Das wird eh nie fertig“. Gern falle ich dann ins Prokrastieren oder mich überkommt eine Panik und ich sehe alles schwarz und mache alles schlecht. Um davon wegzukommen, versuche ich mehr in Mikro-Projekten zu denken.
Zum Beispiel:
Im Haus:
- Eine Schublade sortieren, nicht die ganze Küche.
- Nur die Ecke neben der Haustür aufräumen: Schuhe, Jacken, Ablage.
- Nur das Fensterbrett im Wohnzimmer reinigen und neu gestalten.
- Einen Stapel Papierkram durchgehen – nicht alle Ordner.
- Eine Kiste für „weiß ich noch nicht“ und eine für „kann weg“ bereitstellen, die ohne Aufwand genutzt werden können.
Im Garten:
- Fünf Minuten lang nur verwelkte Blüten abschneiden und sammeln.
- Eine Beetkante sauber abstechen, nicht das ganze Beet umgestalten.
- Einen kleinen Bereich vom Unkraut befreien.
Dein Projekt muss so klein sein, dass du innerlich denkst: „Ja, das schaffe ich heute wirklich.“
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Energie-gerechtes Planen: gute Tage vs. müde Tage
Ich plane inzwischen mit zwei Kategorien:
- Tage mit etwas mehr Energie.
- Tage, an denen ich nur das Nötigste erledigen kann.
An Tagen mit mehr Energie plane ich maximal eine Sache.
Zum Beispiel:
- im Haus einen Bereich wirklich angehen (z. B. Vorratsregal neu sortieren).
- im Garten ein Beet vorbereiten oder ein Stück Weg freilegen.
- ein kleines DIY, das schon lange im Kopf ist umsetzen (z. B. Hakenleiste, Regalbrett, Vogeltränke).
Wichtig: Auch an guten Tagen übertreibe ich nicht. Wenn ich da völlig über meine Grenzen gehe, zahle ich an den nächsten zwei Tagen drauf. Aber ich versuche das Projekt abzuschließen, damit es mir an müden Tagen nicht auf die Füße fällt.
An müden Tagen gilt: kleinste wins zählen.
- Die saubere Wäsche aus dem Wäschekorb wegsortieren.
- Zwei Dinge wegwerfen, die schon ewig stören.
- Einmal ums Haus gehen und nur schauen, was sich verändert hat.
- Eine Liste schreiben: Was stört mich gerade am meisten – im Haus, im Garten?
Manchmal ist mein Projekt des Tages einfach nur: bewusst wahrnehmen. Das ordnet innerlich mehr, als man denkt. Du erkennst dadurch nämlich: Was ist wichtig und was ist unwichtig. Und ist es wirklich der ganze Raum, der chaotisch ist, oder vielleicht nur eine unruhig gestaltete Ecke?
Kleiner Tipp: Darüber schreibe ich auch in meinem Text Mein Zuhause spiegelt mein inneres Chaos: Wo ich ansetze und wie ich Ordnung finde
„Zu müde“ heißt nicht „zu untätig“: Arbeiten mit dem, was da ist
Wenn die Energie niedrig ist, kann es helfen, das Projekt dem Zustand anzupassen.
Wenn du körperlich müde bist, wähle Dinge, bei denen du sitzt oder dich nur wenig bewegen musst:
- In einer Kiste aussortieren, während du auf dem Sofa sitzt
- Handyfotos vom Haus oder Garten durchgehen: Was willst du verändern, was magst du schon?
- Moodboard oder Pinterest-Pinnwand erstellen: Farben, Materialien, Stimmung und Ideen für einen Raum oder Gartenteil
- Eine grobe Reihenfolge aufschreiben: Was kommt in den nächsten 3 Monaten realistisch dran?
Wenn du mental erschöpft bist, geh ins Tun, ohne viel Denken müssen:
- Immer, wenn du in die Küche kommst: eine Sache wegwerfen oder an den richtigen Platz legen.
- Beim Gang in den Garten: Dinge mitnehmen, die nicht dorthin gehören (Spielzeug, ein leerer Topf, eine herumliegende Schnur)
- Im Beet: nur das entfernen, was klar ist (Brennnessel an falschem Ort, vertrocknete Stängel).
Haus und Garten dürfen kein weiterer Stressfaktor sein
Ich erlebe es regelmäßig (nicht nur bei mir), dass Haus und Garten schnell zu einer weiteren Leistungs-Baustelle werden. Der Haushalt muss tippitoppi sein, der Garten wunderschön und gepflegt, das Haus gemütlich und jahreszeitenentsprechend dekoriert usw. Hier setze ich mich sehr gern sehr unter Druck – Insta lässt grüßen…
Deswegen versuche ich einen Perspektivwechsel, der, wenn er gelingt, viel verändern kann:
- Der Hof soll mich nicht beeindrucken.
- Der Garten will nicht „fertig“ sein.
- Mein Haus darf mit mir zusammen wachsen – langsam.
Am Ende sind das alles Räume im Fluss, die sich stetig wandeln und verändern. Und zwar gemeinsam mit mir und nicht ohne mich über mich hinaus.
Bei neuen Aufgaben und Ideen versuche ich mich zu fragen:
- Dient mir das wirklich – oder will ich nur einem Bild und Erwartungen anderer entsprechen?
- Hilft mir das beim Entspannen – oder macht es mich innerlich noch unruhiger?
- Passt es überhaupt zu uns und unserem echten Alltag?
Wenn die Antwort „Nein“ ist, wird das Projekt gestrichen oder radikal verkleinert.
Konkrete Mini-Schritte: Zwei Beispiele aus meinem Alltag
Was vielleicht abstrakt klingt, möchte ich dir nochmal kurz mit zwei konkreten Alltagsbeispielen zeigen:
Ausgangssituation: Zu müde für „Wohnzimmer richtig aufräumen“
Das Großprojekt wäre: das komplette Wohnzimmer aufräumen und Spielzeug, Bücher, Wäscheständer usw. durchsortieren und wegzuräumen.
Energielevel: 4 von 10. Keine Chance.
Was ich stattdessen mache:
- Ich suche mir eine Zone aus: zum Beispiel die Wäsche, das Bücherregal oder die Ecke rund ums Sofa.
- Alles, was dort nicht hingehört, wird weggeräumt bzw. in den Wäschekorb gepackt.
- Ich wische kurz über die Fläche, richte eine Decke und stelle vielleicht eine Kerze oder ein Glas mit einem Zweig auf den Tisch.
Dauer: 15–20 Minuten.
Effekt: Das Wohnzimmer ist nicht „fertig“. Aber ich habe eine ruhige Ecke im Blickfeld, die nicht nach Chaos schreit. Das entlastet erstaunlich.
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Beispiel 2: Zu müde für „Garten komplett aufräumen“
Das Großprojekt wäre: den ganzen Garten „schön machen“. Beete, Bauerngarten, Rasenkanten, Büsche – alles einmal durchgehen.
Energielevel: 3 von 10, der Tag war voll, der Kopf ist müde.
Was ich stattdessen mache:
- Ich wähle mir einen kleinen Bereich aus: zum Beispiel rund um die Terrasse, den Sandkasten oder ein Hochbeet.
- Ich stelle mich hin oder setze mich kurz und schaue nur: Was liegt hier rum, was stört mich am meisten?
- Dann sammle ich in fünf bis zehn Minuten alles ein, was eindeutig weg kann: leere Töpfe, Plastikeimer, kaputtes Spielzeug, vertrocknete Pflanzenreste.
- Wenn noch Kraft da ist, schneide ich ein, zwei vertrocknete Stängel ab oder ziehe das offensichtlichste Unkraut an der Kante raus.
Dauer: 10–15 Minuten.
Effekt: Der Garten ist nicht „aufgeräumt“. Aber der Bereich, den du vom Haus aus siehst, wirkt ruhiger. Und du spürst: „Ich habe heute etwas getan“ – auch wenn es nur ein kleiner Ausschnitt war. Du verspürst mehr Klarheit und in der Summe dieser kleinen Eingriffe verändert sich der Garten.
Freundlicher Blick auf dich selbst
Vielleicht bist du frustriert, weil du auf Social Media siehst, wie andere scheinbar mühelos sanieren, gestalten, umpflanzen. Während du schon bei dem Gedanken an ein neues Projekt müde wirst.
Dann möchte ich dir etwas sagen, das ich mir selbst auch immer wieder sage:
- Du bist nicht faul. Du bist müde.
- Dein Leben besteht nicht nur aus Haushalt, Haus und Garten.
- Du gehst einer Erwerbstätigkeit außerhalb der eigenen vier Wände nach und das ist gut so.
- Müdigkeit ist kein Charakterfehler, sondern ein Signal.
- Dein Tempo ist kein Makel.
Es ist okay, wenn dein Haus eben nicht „fertig“, perfekt sauber und stylisch dekoriert aussieht. Es ist okay, wenn dein Garten gerade mehr Baustelle als Bilderbuch ist. Und es ist okay, wenn du dich stattdessen mit Buch auf die Terrasse setzt.
Hör auf dich mit anderen zu vergleichen. Vergleich dich mit dir selbst vor einem Jahr, vor einem Monat, vor einem Tag. Und sei bitte stolz auf das, was du schon geschafft hast! Das sage ich so leicht, obwohl es mir selbst wahnsinnig schwer fällt, danach zu leben. Aber ich übe das jeden Tag.
Wichtig ist: Du bleibst in Bewegung – in kleinen, ehrlichen Schritten.
Wie du jetzt konkret starten kannst
Wenn du magst, versuch folgendes, wenn du denkst, du musst, du kannst aber nicht:
- Setz dich kurz hin und atme durch.
Frag dich: Wie viel Energie habe ich grad? - Such dir etwas aus, das deinem Energielevel entspricht.
Zum Beispiel: ein Regal, eine Fensterbank, ein Beet, ein DIY-Projekt. - Stell dir einen Timer auf 5-30 Minuten – je nach Energielevel.
In dieser Zeit machst du nur das, was du wirklich schaffst – ohne Perfektion, ohne Hetze, ohne Stress. - Nimm die Veränderung bewusst und positiv wahr.
Mach, wenn du magst, ein Foto vorher/nachher – nur für dich. Damit du siehst: „Doch, da passiert etwas.“
Wenn du solche kleinen Schritte regelmäßig wiederholst, entsteht über Wochen und Monate etwas, das von außen oft nach „großem Projekt“ aussieht. Innen drin war es aber: eine müde Person, die trotzdem drangeblieben ist.
Und genau das ist Fortschritt. Innerlich, weil du immer besser darin wirst, auf deine Bedürfnisse zu achten und deine Grenzen zu wahren, und äußerlich, weil sichtbar etwas passiert.

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