Blumensamen sammeln

Blumensamen sammeln: bester Zeitpunkt, geeignete Blumen und optimale Lagerung

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Wenn du einmal damit anfängst, Blumen­samen selbst zu sammeln, merkst du schnell, wie viel Sinn es macht: Du sparst Geld, bekommst robuste Pflanzen, die an deinen Garten angepasst sind, und hast das schöne Gefühl, den Jahreszeitenkreis wirklich zu verstehen.

Ich sammle jedes Jahr von Sommer bis Herbst Blumensamen der einjährigen Pflanzen. Zum einen, um sie im darauffolgenden Jahr wieder auszusäen und zum anderen, um sie mit Freundinnen und Nachbarn zu tauschen oder sie zu verschenken.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Sammeln von Blumensamen?

Du kannst mit dem Sammeln der Blumensamen beginnen, wenn die Pflanze sichtbar „fertig“ ist. Das heißt: Die Blüten sind verblüht, die Stängel werden trocken, die Samenstände bräunen ein und rascheln oft schon leicht.

Bei manchen Blumen beispielsweise bei Zinnien oder Cosmeen, sind die Samen schon reif, obwohl die Köpfe noch nicht komplett braun sind. Entscheidend ist, dass sich die Samen leicht lösen lassen.

Wenn du die Samen zu früh erntest, sind sie oft noch weich und nicht keimfähig. Bist du spät dran, fallen die Samen bereits vorher einfach von selbst aus und verschwinden im Beet. Das ist nicht schlimm, dort wachsen sie auch an. Aber du hast es nicht mehr „unter Kontrolle“.

Wichtig ist, dass du beim Samensammeln trockenes Wetter wählst. Feuchte Samen können später leicht schimmeln – und das wäre ziemlich ärgerlich. Falls sich das Wetter aber nicht deinen Wünschen und Anforderungen anpassen möchte, kannst du die Samen auch einfach ausgebreitet trocknen lassen, ehe du sie wegpackst.

Welche Blumen eignen sich besonders?

Viele Gartenblumen lassen sich problemlos sammeln und wieder aussäen. Besonders gut gelingt dies mit einjährigen Sommerblumen wie z.B.:

  • Ringelblumen
  • Cosmeen
  • Mohn
  • Sonnenblumen
  • Kornblumen
  • Zinnien
  • Löwenmäulchen
  • Tagetes
  • Argentinisches Eisenkraut

Auch viele Stauden bilden keimfähige Samen, etwa Echinacea (Sonnenhut), Frauenmantel, Kugeldistel, Akelei oder Wollziest. Bei Stauden dauert es allerdings länger, bis aus den Samen kräftige Pflanzen werden – aber dafür hast du von den Stauden deutlich länger was.

Kleiner Tipp: Akelei-Samen fallen oft schon bei leichtem Wind aus. Wenn du sie sammeln willst, lohnt es sich, die Köpfe rechtzeitig zu schneiden und kopfüber trocknen zu lassen.

Blumensamen richtig sammeln

Ich zupfe meistens die reifen Köpfe einfach ab, lege sie in eine Schale und lasse alles noch ein bis zwei Tage nachtrocknen. Danach kannst du die Samen vorsichtig herauslösen. Große Samen kannst du sortieren, kleine lässt du nach dem Trocknen einfach durch eine feine Siebung rieseln.

Wenn du magst, kannst du die trockenen Samen direkt auch wieder ins Beet streuen – bei vielen Arten funktioniert das gut. Insbesondere bei Samen, die einen Kältereiz brauchen, kann dies sinnvoll sein. Echinacea-Samen beispielsweise keimen besser, wenn sie im Winter eine kurze Kälteperiode bekommen. Das nennt sich Stratifizierung und passiert im Beet bei der Selbstaussaat ganz automatisch.

Blumensamen richtig lagern

Der wichtigste Punkt bei der Lagerung von Blumensamen: trocken, dunkel, kühl.

Ich bewahre meine Samen in kleinen Papiertütchen auf. Plastik ist ungünstig, weil darin Feuchtigkeit eingeschlossen bleibt. Auf die Tütchen schreibe ich Sortennamen, ggf. Farbe und Sammeljahr – du glaubst gar nicht, wie schnell man vergisst, welche Kapsel von welcher Pflanze stammt.

Danach wandern alle Tütchen in meine Saatkiste oder ein Glas und in einen kühlen Raum. Ich bewahre sie draußen in der Diele in einem alten Schrank auf, Keller, unbeheizte Vorratsräume oder ein trockener Schuppen funktionieren auch sehr gut. So bleiben die Samen problemlos keimfähig.

Warum es sich lohnt, selbst zu sammeln

Für mich ist das Samensammeln so etwas wie eine leise Gegenbewegung zum schnellen Gärtnern. Hierbei nimmst du dir Zeit, beobachtest und lernst deine Pflanzen besser kennen. Und du gestaltest deinen Garten nachhaltiger: keine Plastikverpackungen, keine langen Transportwege. Nur deine eigenen Pflanzen, die ihren Platz schon kennen und sich in deinem Boden wohlfühlen.

Bei vielen Stauden und Zierpflanzen kann es sein, dass die Nachkommen nicht sortenecht sind. Sie sehen dann etwas anders aus als die Mutterpflanze – das find ich zum Beispiel sehr spannend!

Und im Frühjahr, wenn du die ersten selbstgesammelten Samen in die Erde gibst oder die im vergangenen Jahr ausgesäten Samen zu keimen beginnen, fühlt sich das an wie ein Wiedersehen: ein Kreis, der sich jedes Jahr neu schließt – und ein Stück Selbstwirksamkeit, das im Alltag oft verloren geht.

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