Klimaresistente Stauden

Klimaresistente Stauden: perfekt für sandige Böden, Hitze und Trockenheit

Hitze, Trockenheit, Sandboden – für mich als Garten-Newbie und Pferdehalterin das klingt nach einem Albtraum. Möglicherweise hat mich der Dürresommer 2018 traumatisiert, in dem es einfach so trocken war, dass selbst das Pferdefutter knapp wurde und man regelmäßig lesen konnte, dass Bauern Wiesen voller JKK mähten, dieses als Futter verkauft haben und Monate später zahlreiche Pferde gestorben sind. Aber Garten ist nicht Pferd und ich habe gelernt: Mit den richtigen Stauden kann ein sandiger Untergrund sogar einen Vorteil gegenüber allen Lehmgärtnern bieten. Warum das so ist und auf welche Pflanzen du bei sandigem Boden, Hitze und Trockenheit zählen kannst, verrate ich dir jetzt.

Sandboden: der verkannte Vorteil im Klimawandel

Ich habe mir über den Boden im Garten und was für mein Gärtnern bedeutet, lange keine Gedanken gemacht. Nach dem Hofkauf und als ich angefangen habe, das Grundstück mit blühenden Blumen bunter und insektenfreundlicher zu gestalten, musste ich feststellen, dass vieles hier nicht so wachsen will, wie ich das gern hätte. Dass es mit dem sandigen Boden zusammenhängt, ist mir erst mit der Zeit bewusst geworden.

Was sandiger Boden bedeutet, hat eine lustige Situation im vergangenen Jahr deutlich gemacht: Vergangenes Jahr haben wir neben unserer Haustür, die nach Süden hin geht, eine „Beetfläche“ zur Terrasse umgewandelt. Beet ist absichtlich in Tüddelchen, denn der Vorbesitzer hatte die Fläche mit sehr viel Kriechspindel und einer als Busch geschnittener Buche gestaltet. Mein Mann, der jetzt nicht unbedingt ein großer Gärtner ist, hat dabei zum ersten Mal bewusst Kontakt mit unserem Boden gehabt. Er fragte mich beim Buddeln, wann denn die Erde komme, er würde immer nur Sand schippen. 😉

Wer sandigen Boden hat, kennt diesen Seufzer: Das Wasser läuft durch, als wäre kein Boden da. Ton oder Lehm um die Feuchtigkeit zu halten gibt es auch nicht und nährstoffarm ist der Boden ebenfalls.

Aber hey, hier ist die positive Kehrseite: Sandboden erwärmt sich früh, lässt sich gut durchwurzeln, hat keine Staunässe und trocknet nach Starkregen schnell wieder ab. Das ist im Grunde genau das, was viele Klimastauden brauchen. Du hast keinen Staunässe-Stress und kein Fäulnisrisiko. Du brauchst allerdings eine Wasserspeicherlösung in Form von Kompost, Mulch oder/und Pflanzen, die gar nicht erst viel Wasser brauchen.

Was der Klimawandel mit unserem Garten wirklich macht

Unsere Sommer werden heißer und trockener. Gleichzeitig gibt es häufiger Starkregen – also mehr Wasser auf einmal statt gleichmäßig verteilt. Das beutetet für die Pflanzenwelt Stress. Und zwar egal ob wir über den Garten, die Wälder, die Felder oder die Wiesen sprechen.

Auf Sandboden spitzt sich das besonders zu. Was bei Lehmboden noch abgefedert wird, weil hier Feuchtigkeit besser gespeichert werden kann, kommt hier direkt an. Und deswegen habe ich in den ersten ein, zwei Jahren auf unserem Resthof sehr schnell gelernt, welche Blumen bei uns funktionieren – und welche nur in den Gärten meiner Oma und meiner Mama, die beide in einer Gegend mit Lehmboden wohnen, gut aussehen und funktionieren.

Das Wurzelwerk entscheidet alles

Während einjährige Pflanzen ihre gesamte Energie oberirdisch verausgaben – blühen, fruchten, sterben – investieren Stauden beharrlich ins Unsichtbare: in ihre Wurzeln. Ihr Wurzelsystem ist in manchen Fällen doppelt so groß wie ihre oberirdische Erscheinung. Und während Flachwurzler an der Oberfläche wurzeln, graben sich die Wurzeln von Tiefwurzler und Pfahlwurzler in tiefere Bodenschichten vor, wo auch dann noch Feuchtigkeit steckt, wenn die Oberfläche längst ausgetrocknet ist.

Wenn du also sandigen Boden hast, ist es wichtig, dass du dies weißt. Denn so kannst du gezielter Pflanzen auswählen, die tief wurzeln und deswegen auch ohne permanente Beregnung ausreichend Wasser aus dem Boden aufnehmen können. Doch es gibt noch mehr Merkmale von Stauden, die mit Trockenheit und Hitze gut zurechtkommen, unter anderem die Blätter. Diese sind bei den robusten Pflanzen häufig fleischig, behaart, klein und silberfarben.

Zehn klimaresistente Stauden für sandigen Boden

Damit du nicht unnötig Geld ausgibst für Blumen, die auf sandigem Boden oder in einem trockenen Hitzesommer eingehen, hab ich hier eine Übersicht erstellt mit Blumen, die super funktionieren und mit denen du nichts falsch machen kannst. Kleiner Hinweis: Ich habe dir, wenn vorhanden, einen Link zur Onlinegärtnerei BALDUR-Garten oder zu Mein schöner Garten hinzugefügt, um dir die Pflanzensuche zu erleichtern. Hierbei handelt es sich um einen Affiliatelink, solltest du dort kaufen, bekomme ich eine Provision, die aber nichts an deinem Preis verändert.

1. Schafgarbe (Achillea millefolium)

Schafgarbe ist eine der anspruchslosesten Stauden überhaupt – was auf mageren, trockenen Böden ein riesiges Kompliment ist. Sie wurzelt tief, mag keine Staunässe und blüht, je nach Sorte, in Gelb, Rosa, Weiß oder Cremeweiß. Außerdem ist die Schafgarbe eine Bienenweide erster Klasse und verträgt selbst längere Trockenperioden problemlos. Auf Sandboden breitet sie sich sehr erfolgreich über Ausläufer aus – das solltest du vorab wissen. Ich find das nicht schlimm, im Zweifelsfall entfernt man diese eben und pflanzt sie woanders wieder ein.

Hier findest du die Achillea ‚Short Red®’* bei BALDUR Garten und bei Mein schöner Garten gibt es hier Schafgarbe in verschiedenen Farben*

2. Sonnenhut (Echinacea purpurea)

Echinacea ist eine meiner absoluten Lieblingsblumen. Er blüht von Juli bis September, verträgt Hitze und Trockenheit aufgrund seiner Herkunft sehr gut (er stammt aus den Prärien Nordamerikas) und kommt mit durchlässigem Sandboden gut zurecht. Im ersten Jahr solltest du deinen Sonnenhut etwas mehr gießen, bis er sich verwurzelt hat – er bildet übrigens eine Pfahlwurzel aus. Danach läuft er allein. Tipp: Lass die Samenstände des Sonnenhuts im Winter unbedingt stehen – Vögel picken daran, und das Beet hat auch im Februar noch Struktur.

Hier findest du den Sonnenhut* bei BALDUR Garten und hier bei Mein schöner Garten gibt es den Sonnenhut in verschiedenen Farben zur Auswahl*

3. Fetthenne / Sedum

Sedum speichert Wasser in seinen Blättern und hat damit für Sandböden und trockene Phasen eine super Überlebensstrategie. Als Herbststaude blüht sie spät und ist damit eine der letzten Nahrungsquellen für Insekten. Sedum gibt es in verschiedenen Varianten, ich habe neben der klassischen Fetthenne auch ein Bodendecker-Sedum mit gelben Blühten bei mir in den Beeten.

4. Katzenminze (Nepeta)

Katzenminze ist super – findet auch mein Kater Bruno. 😉 Katzenminze bietet dir eine lange Blütezeit (mit Rückschnitt sogar zweimal), ist sehr trockenheitstolerant und findet durchlässige Böden gut. Das silbrig-grüne Laub bringt Ruhe ins Beet und die blauen Blütenkerzen setzen Akzente. Nicht nur Bruno mag die Katzenminze, sondern auch von Bienen wird sie sehr gern besucht.

Hier findest du Katzenminze* bei Mein schöner Garten

5. Lavendel (Lavandula)

Lavendel aus dem Mittelmeerraum ist auf sandigen, kalkigen, mageren Böden aufgewachsen. Er liebt es trocken, sonnig und durchlässig und leidet bei Staunässe und schweren Lehmböden. Deswegen haben wir bei uns sehr viel Lavendel und wir haben sogar die vom Zünsler zerfressene Buchsbaumhecke gegen eine Hecke aus Lavendel ausgetauscht.

Hier findest du den blauen Duftlavendel* bei BALDUR Garten

6. Wollziest (Stachys byzantina)

Wollziest sieht aus wie eine Pflanze aus einem anderen Film. Die silbrig-behaarten Blätter reflektieren Sonnenstrahlen und reduzieren Wasserverlust – Natur-Engineering, das auf Sandboden besonders sinnvoll ist. Wollziest ist als Bodendecker ideal, braucht kaum Pflege und sieht toll aus in Kombination mit Katzenminze oder Lavendel. Auch Insekten mögen die unscheinbaren pinken Blüten sehr gern. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich Wollziest super gut übers Teilen vermehren lässt, hab ich nun schon diverse Male gemacht.

Hier findest du Wollziest* bei Mein schöner Garten

7. Spanische Edeldistel (Eryngium)

Ich persönlich mag die stahlblauen, stacheligen Eryngium-Blütenköpfe sehr gern und habe in diesem Jahr diverse Edeldisteln in meine neuen Beete gesetzt. Sie ist trockenheitsresistent, langlebig und sieht auch getrocknet noch gut aus. Optisch und ökologisch eine tolle Bereicherung für den Klimagarten.

Hier findest du die Edeldistel*

8. Königskerze (Verbascum)

Auch die Königskerze liebt sandigen, durchlässigen Boden und tut sich auf schwerem Lehm eher schwer. Ihre hohen, leuchtend gelben Blütenkerzen sind im Juli nicht zu übersehen. Sie ist zweijährig, sät sich aber gern selbst aus, sodass du dir keine Sorgen um Nachschub machen musst. Auch die Hummeln lieben die Königskerze und fliegen sie gern an. Und im Winter ist der kahle Stängel mit Raureif eine stille Schönheit.

Hier findest du die Königskerze* bei Mein schöner Garten

9. Prachtkerze (Gaura )

Gaura ist eine dieser Stauden, die ich nicht kannte und von der ich immer wieder begeistert bin, wenn ich sie auf Instagram oder Pinterest sehe. Die weißen oder rosa Blüten flattern auf zarten Stielen und sind ein toller Hingucker im Staudenbeet. Gaura stammt aus den Prärien Nordamerikas, wo sandige und trockene Böden die Norm sind. Mit einer Blütezeit von Juni bis Oktober blüht sie ungewöhnlich lang.

Hier findest du Gaura* bei BALDUR Garten und hier findest du die Prachtkerze* bei Mein schöner Garten

10. Sandthymian/Bodendeckerthymian (Thymus serpyllum)

Sandthymian ist auf Sandboden zuhause und damit ein toller Bodendecker für klimarestistente Gärten. Sandthymian bildet einen dichten, aromatischen Teppich und kann toll als Rasenersatz genutzt werden. Er blüt im Juni und ist vor allem bei Wildbienen sehr beliebt.

Hier findest du den Bodendeckerthymian*

Klimaresistentes Beet auf Sandboden gestalten – Schönheit inklusive

Spricht man von naturnahem Gärtnern oder klimaresistenten Beeten, bekommt man gern auch mal zu hören: „Dann sieht’s aus wie eine Wildwiese.“ Ähm, nein! Auch ein klimaresistentes Staudenbeet auf Sandboden kann Struktur, Rhythmus und ein überzeugendes Farbkonzept haben und gleichzeitig funktionieren, ohne dass man jeden zweiten Abend mit dem Schlauch unterwegs sein muss und eine Urlaubsvertretung für den Garten braucht.

Du kannst bei der Beetgestaltung zum Beispiel mit Schichten arbeiten.

Hohe Strukturgeber wie Königskerze oder Eryngium geben Vertikalität, in die mittlere Ebene kommen Hauptblüher wie Echinacea, Salvia und Gaura und darunter Bodendecker wie Helianthemum oder Sandthymian, die den Boden beschatten und Feuchtigkeit halten. Und darüber hinaus natürlich Zwiebelblüher für den Frühling, die auf Sandboden meistens eh gut performen.

Das Ergebnis ist ein Beet, das sich gegenseitig beschattet, Feuchtigkeit hält und von April bis Oktober Farbe hat.

(Unter uns: Ich nehme mir immer wieder vor, strukturiert Beete anzulegen, pflanze dann aber doch einfach irgendwie drauflos…)

Fazit: die richtigen Stauden funktionieren auch im trockenen Sommer

Der Klimawandel verändert unsere Gärten. Auf Sandboden merkt man das möglicherweise früher als anderswo, weil der Boden eben deutlich durchlässiger ist. Deswegen kannst du dich super an dem orientieren, was bei sandigen Böden funktioniert. Und das sind vor allem Stauden, die ihren Ursprung in trockenen, sonnigen, warmen und sandigen Standorten haben.

Der Vorteil, sich daran zu orientieren: Gärtnern wird deutlich leichter und entspannter.

Bonustipp: Sandboden lässt sich auch verbessern

Man kann Sandboden durchaus ein wenig bodenverbessern, indem man einfach Kompost einarbeitet als Humuszufuhr. Kompost hat eine schwammartige Struktur und kann Wasser halten – auch in sandigen Böden verbessert er die Wasserkapazität messbar. Ich selbst nutze dafür unseren Pferdemist. Dazu gibt’s dann noch eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Stroh oder Holzhäcksel, um die Verdunstung an der Oberfläche zu reduzieren.

Wie geht es dir mit dem Thema? Welche klimaresistenten, trockenheitsresistenten Stauden fehlen dir in dieser Übersicht, womit hast du gute Erfahrungen gemacht? Und welche Tipps hast du außerdem noch? Erzähl gern im Kommentar davon!

Trockenhelden: Naturnah gärtnern ohne gießen. Mit 20 Gestaltungsideen
  • Brand: FranckhKosmos
  • Trockenhelden: Naturnah gärtnern ohne gießen. Mit 20 Gestaltungsideen
  • Produktart: ABISBOOK
  • Farbe: White
  • Kern, Simone(Autor)

Du hast Lust auf mehr von raum im fluss?

Melde dich zum Newsletter an, freu dich über eine Info, wenn neue Beiträge erscheinen und erhalte Zugriff auf drei Naturschatzsuchen für dich und deine Familie sowie weitere Arbeitsblätter!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen